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Larenz, Rudolf (2019) Über eine Verbesserung der Moralität beruflicher Handlungen eines Physikers. Ein neues Element der Inkulturation des Christentums in eine wissenschaftlich-technologische Zivilisation. RODCZNIKI TEOLOGICZNE, LXVI . pp. 51-68. ISSN 2353-7272

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Official URL: https://tnkul.pl/roczniki-teologiczne

Abstract

Physiker sind durch die etablierten Standards der Physik gebunden, in einem erkenntnistheoretischen Rahmen zu denken und zu arbeiten, der zutiefst von I. Kant beeinflusst ist. Das erkenntnistheoretische Klima, in dem sie sich befinden, steht im Gegensatz zum erkenntnistheoretischen Klima des natürlichen Realismus und damit zum erkenntnistheoretischen Klima der christlichen Offenbarung, wenn diese über unsere Welt spricht. Dieser Kontrast beeinträchtigt die innere Harmonie der mentalen Welt eines jeden Physikers in einem Maße, das sowohl von seiner Denkweise insgesamt als auch von seiner beruflichen Arbeit abhängt. Diese Situation hält seit der wissenschaftlichen Revolution des 17. Jahrhunderts an, so dass die frühere, von realistischem und christlichem Geist durchdrungene Zivilisation im Großen und Ganzen durch eine wissenschaftlich-technologische Zivilisation verdrängt ist.

Die historische Entwicklung der Physik hat dahin geführt, dass die berufliche Arbeit der Physiker mit ihren unbezweifelbaren Erfolgen und Beiträgen zum Fortschritt unmittelbar zusammen mit ihrem moralisch guten Objekt zwei verkettete moralisch schlechte Wirkungen erzeugt. Die erste schlechte Wirkung ist die Koexistenz zweier erkenntnistheoretischer Klimata im Geist eines Physikers, was der Harmonie seiner geistigen Welt schadet. Dies bringt unmittelbar eine zweite schlechte Wirkung mit sich, insofern ein Physiker, der wettbewerbsfähig sein will, sich verpflichtet sieht, den Standards der Physik zu folgen, so wie sie gerade sind. So trägt er zum Mangel an Harmonie in seiner eigenen geistigen Welt bei und damit zugleich dazu, den Geist dieser Standards zu verewigen. Die Lage ist noch misslicher für einen Physiker, der Christ ist und seine berufliche Arbeit zur Ehre Gottes tun will (vgl. 1 Kor 10,31). In beiden Fällen bestreitet ein Physiker praktisch durch seine berufliche Tätigkeit, wovon er theoretisch überzeugt ist, nämlich vom natürlichen Realismus und im Falle eines Christen zusätzlich davon, dass die christliche Offenbarung von dieser Welt im Geist des natürlichen Realismus spricht.

Das alles ist nicht unbekannt, wird aber nichtsdestoweniger im akademischen Diskurs praktisch nicht berührt. Der Zweck dieses Artikels ist es daher, auf dieses Thema aufmerksam zu machen und dann einige Möglichkeiten vorzuschlagen, den Kontrast der erkenntnistheoretischen Klimata spezifischer zu untersuchen. Da die Physik durch experimentelle Eingriffe mitbestimmt wird, ist ihre historische Entwicklung teilweise kontingent. Daher ist es möglich, eine bessere Harmonie des erkenntnistheoretischen Klimas der Physik mit dem des natürlichen Realismus herbeizuführen, wozu einige Ideen vorgeschlagen werden. Falls sie sich als fruchtbar erweisen, würden sie zur Inkulturation des Christentums in unserer wissenschaftlich-technischen Zivilisation beitragen. Mit anderen Worten, es wäre eine flankierende Stütze für die Neuevangelisierung.

Item Type:Article
Additional Information:The text is a translation from English into German of the article "On an Amendment of the Morality of a Physicist's Professional Actions. A New element of Inculturation of Christianity into a Scientific-Technological Civilization" available in this deposit
Uncontrolled Keywords:Inkulturation des Christentums, Moralität von Handlungen mit doppeltem Effekt, Physik, wissenschaftlich-technologische Zivilisation, natürlicher Realismus, christliche Offenbarung, erkenntnistheoretische Klimata
Subjects:Q Science > QC Physics > QC00 Physics (General)
B Philosophy. Psychology. Religion > BT Doctrinal Theology
B Philosophy. Psychology. Religion > BD Speculative Philosophy
ID Code:406
Deposited By:Dr. Rudolf Larenz
Deposited On:22 Apr 2020 19:22
Last Modified:22 Apr 2020 19:22

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